Der Bulle und der Igel

29.11.2016, 15:21 |

Harter Bulle. Weicher Kern. Diese Geschichte rührt heute Oberösterreich. Polizist Günter Hackl rettet ein Igel-Baby. "Das war im Zuge eines Planquadrates in Linz." erzählt er im Interview mit Life Radio. "Da habe ich bemerkt, dass in der Wiese etwas herumläuft. Erst habe ich geglaubt, es ist eine Ratte. Dann habe ich gesehen, dass es ein ziemlich kleiner Igel war. Ich habe ihn hochgehoben und auf unsere Suchtgiftwaage gestellt. Nachdem er nur 290 Gramm auf die Waage gebracht, habe ich gedacht: Den muss ich retten, der übersteht den Winter nicht."

Man muss nämlich wissen: Polizist Günter Hackl ist ein Tierliebhaber und Experte auf dem Gebiet. Er hat zu Hause im Garten eine Igelkuppel stehen. Bis zu drei Igel wohnen dort und lassen sich ab und zu auch fotografieren. Wann immer Tiere zu retten oder zu bergen sind, rufen die Kollegen bei der Polizei ihn. Zwei mal schon hat Günter Hackl in Linz Schlangen vorsichtig eingefangen und in einem Augebiet wieder freigelassen. "Ein Tier töten könnte ich nie!", sagt Hackl. Auch bei der Igelrettung er sofort improvisiert.

"Ich hab den Igel in die Dose gepackt, in die wir normalerweise die gebrauchten Mundstücke von den Alkotests geben. Darin habe ich ihn sicher verwahrt, in den Zivilstreifenwagen gestellt und danach persönlich ins Tierheim gebracht."

Dort wird das Igelbaby jetzt aufgepeppelt. Gemeinsam mit 50 anderen Igeln. Überhaupt sucht das Tierheim "Adoptiv-Eltern", die kleine Igel durch den Winter "füttern". Falls ihr konkret den Igel von Günter Hackl aufnehmen wollt, der Kleine hat auch einen Namen: "Meine Kollegin und ich haben den Igel Bärli getauft."