Kinderbetreuung wird zu langsam besser

28.11.2016, 12:41 |

Das Kinderbetreuungsangebot in OÖ wird langsam besser. Aber nur in "homöopathischen Dosen", wie die Arbeiterkammer Oberösterreich heute sagt. Sie hat das Angebot gecheckt.

Das Positive zuerst: Es sind fünf Gemeinden neu dazu gekommen, die ein Top-Angebot bieten. In einigen Orten haben die Betreuungseinrichtungen das ganze Jahr über geöffnet. Und es gibt bereits mehrere Projekte, wo mehrere Gemeinden zusammen eine Krabbelstube oder eine Sommertreuung anbieten.

Insgesamt ist die Lage aber ernüchternd: Nicht einmal jede fünfte Gemeinde bietet ein Angebot, das es Eltern ermöglicht, Vollzeit arbeiten zu gehen. Besonders mager sieht das Angebot für die ganz Kleinen aus: In keinem anderen Bundesland gibt es so wenige Betreuungsplätze für Unter-Dreijährige, wie bei uns.

SPÖ-Landeschefin Birgit Gerstorfer fordert heute, dass Eltern einen Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung haben. "Das nimmt die Politik in die Pflicht, für ausreichend Angebot zu sorgen. Gleichzeitig können Eltern, aber auch Firmen und Arbeitgeber realistisch planen.", sagt SPÖ-Landeschefin Gerstorfer. "Zu viele Schließtage und unzureichende Öffnungszeiten von Kindergärten und Krabbelstuben passen längst nicht mehr zu den Arbeitsrealitäten der Oberösterreicher."

Auch die Grünen sagen: Der Ausbau muss schneller gehen. "Die Richtung stimmt, aber das Tempo nicht."

Die Klubobfrau der ÖVP in Oberösterreich, Elisabeth Manhal, sagt: Oberösterreich setzt einen besonderen Schwerpunkt auf den Ausbau von Krabbelstuben: Um eine Gruppe einrichten zu können, sind mindestens sechs Kinder und mindestens 20 Wochenstunden Betreuung nötig. Manche Gemeinden erfüllen diese Bedingungen nicht. Ihnen rät das Land, gemeindeübergreifende Gruppen zu bilden.