Plan A: Bundeskanzler Kern in der Arena in Wels

12.01.2017, 08:13 | Wels

Die Rede von SPÖ Bundeskanzler Christian Kern in der Messe Wels am Abend war von Anfang an durchgestyled: Zu "A little less conversation" von Elvis betritt er die Bühne: Ein rundes Podest mit rot-weiß-rotem Pult in der Mitte. 1.500 SPÖ-Funktionäre sind rundherum positioniert, wie in einer Arena. Christian Kern steht im Zentrum und spricht 106 Minuten lang über den "Plan A" für Österreich und die SPÖ.

140 Seiten ist das Programm stark. Das Hauptziel ist Vollbeschäftigung. 200.000 Jobs will Kern in den nächsten drei Jahren schaffen. Dazu 1.500 Euro Mindestlohn und eine Frauenquote von 40 Prozent in den Aufsichtsräten. Gleich zu Beginn hat er sich bei seinen Gästen und dem Land entschuldigt, für die Politik, die bisher gemacht wurde. "Ich höre eure Botschaft und ja ich verstehe eure Enttäuschung. Es ist nicht eure Schuld. Es ist unsere. Deshalb möchte ich mich für diese Enttäuschungen entschuldigen.", so Kern.

Zu "Plan A" gehört auch, dass Kern die Zuwanderung stoppen will. Denn erst müssten die Flüchtlinge, die schon da sind, in unsere System integriert werden, sagt er. Kern will auch Konzerne wie Amazon oder Starbucks zur Kasse bitten, weil diese kaum Steuern bezahlen und ihre Gewinne ins Ausland verschieben sollen.

"Machen wir unser Land wieder stark" hat Kern gesagt. Das klingt ein wenig nach Donald Trump, der ja auch gesagt hat: "make Amerika great again". Überhaupt hat die ganze Inszenierung sehr "amerikanisch" gewirkt.

Die eigenen Anhänger dürfte er damit zufriedengestellt haben. Jetzt braucht Kern aber einen Koalitionspartner, mit dem er die großen Versprechungen umsetzen kann. ÖVP Generalsekretär Werner Amon hat Kern inzwischen ausrichten lassen, dass er zwar vieles in der Rede begrüße, es aber auch einige Themen gebe, bei denen die ÖVP nicht mitkönne. Die FPÖ sieht in der Kern Rede alte Hüte neu verkauft und den NEOS fehlt das Bekenntnis zu Mut und Freiheit.