Wirtschaftskammer lobt Koalitions-Programm

07.12.2017, 12:06 |

ÖVP und FPÖ haben gestern ihr Wirtschaftsprogramm für die zukünftige türkis-blaue Koalition präsentiert. ÖVP-Chef Sebastian Kurz und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache versprechen einen Bürokratieabbau. Gleichzeitig soll die Arbeitszeit flexibler gestaltet werden: Mitarbeiter sollen in Zukunft bis zu 12 Stunden pro Tag und bis zu 60 Stunden pro Woche arbeiten können.

Die Wirtschaftskammer Oberösterreich begrüßt diese Pläne: „Flexibilisierung der Arbeitszeit, Entbürokratisierung und die Sicherung des Fachkräftebedarfs sind die drängendsten Themen der heimischen Unternehmen und gleichzeitig für die mäßige Produktivitätsentwicklung in den vergangenen Jahren verantwortlich. Die angekündigten Vorhaben haben das Potenzial, einen Produktivitätsturbo zu zünden. Insgesamt sehe ich eine deutliche Attraktivierung des heimischen Standorts, was die Investitionen und damit die Schaffung neuer Arbeitsplätze anheizen wird. Die Wirtschaftskammer wird sich jedenfalls aktiv an der Umsetzung der angekündigten Maßnahmen beteiligen , so WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer in einer ersten Stellungnahme.

„Es ist ein massiver Rückschritt - so kommentiert Oberösterreichs Arbeiterkammer-Präsident Johann Kalliauer die Pläne der Koalitionsverhandler von ÖVP und FPÖ zu flexibleren Arbeitszeiten. Kritik kommt vor allem am 12-Stunden Arbeitstag. Die verlängerten Arbeitszeiten würden die Vereinbarkeit von Arbeit und Familie erschweren. Viele Arbeitnehmer würden zudem schon jetzt unter der hohen Arbeitsbelastung leiden.