Zweijähriger lebensgefährlich verbrüht

12.01.2017, 13:30 | Vöcklabruck

Dieser Fall macht heute fassungslos: In Vöcklamarkt schüttet sich ein Kind einen Topf voll kochendem Wasser über den Kopf. Die Mutter ruft stundenlang nicht die Rettung. Jetzt kämpfen Spezialisten um das Leben des Zweijährigen.

Erst kurz vor 20 Uhr am Abend wird die Rettung gerufen: Als ein Bekannter zufällig auf Besuch kommt und sofort den Ernst der Lage erkennt. Die Mutter sagt, der Kleine habe um etwa 18 Uhr den Topf vom Herd gezogen, als sie Tee kochen wollte. Er hat sich das kochende Wasser über den Kopf geleert. "Unmöglich", heißt es im Spital in Vöcklabruck. Das muss lange vorher passiert sein. Die 34-Jährige Mutter sagt, sie habe nachgeschaut, ob sich die Haut löst. Da das nicht der Fall war, habe sie sich nichts dabei gedacht. Auch weil der Bub zu Schreien aufgehört habe. Die Frau dürfte geistig beeinträchtigt sein und nicht verstanden haben, wie ernst es ist. Gegen sie wird jetzt wegen unterlassener Hilfeleistung ermittelt.

70 Prozent der Haut des Buben sind verbrannt. Schon ab 10 Prozent kann ein Kind an einer Verbrühung sterben. Dazu kommt, dass die Mutter so lange nichts getan hat. Das verschlimmert eine solche Verletzung, sagt Oberarzt Jörg Breitwieser, Verbrühungsspezialist an der Linzer Uniklinik. Der Bub hat viel Flüssigkeit verloren und die Verbrennungen sind in dieser Zeit tiefer gegangen. Er ist erst noch ins Krankenhaus nach Vöcklabruck gebracht worden. Dort konnte er nicht bleiben, weil er zu schwer verletzt war und auf eine Kinderintensivstation verlegt werden musste, erklärt uns der Primar der Kinderabteilung in Vöcklabruck Dieter Furtner.

Es gibt nur zwei Spitäler, die so schwer verbrannte Kinder behandeln können: in Wien und München. Der Zweijährige ist nach München geflogen worden. Ob er überlebt, werden die nächsten Tage zeigen.