Polizei

In OÖ werden immer mehr Drogenpakete abgefangen

Verdeckte Ermittlungen im Internet bringen Polizei auf die Spur.

Ein Paket wird bis zur Haustür geliefert - was der Zusteller nicht weiß: in dem Paket sind Drogen. Bestellt im Internet. In Oberösterreich werden gerade immer mehr solcher Drogen-Pakete abgefangen.

Vor zwei Jahren werden 175 Drogen-Packerl von Polizei und Zoll in Oberösterreich abgefangen - heuer sind es bereits 461 Pakete und das Jahr ist noch gar nicht vorbei. Warum dieser Trend: Ermittler beim Landeskriminalamt sagen: die Hemmschwelle ist gleich null. Während man früher noch in bestimmte Szenelokale gehen musste, auch Dealer kennen musste, ist das Netz anonym. Quasi auf der Couch bestellt ein Drogenkonsument per Mausklick seine bestimmte Menge Suchtgift. Abgepackt in 10g, in 50g, je nach Wunsch. Es funktioniert praktisch wie bei anderen Online-Händlern auch - sogar inklusive Bewertungen. Also: der Konsument beurteilt die Qualität der Drogen. Mittlerweile funken aber Polizei und Zoll gehörig dazwischen. Denn sie ermitteln immer öfter verdeckt im Internet und kommen so den "Bestellern" auf die Spur.

Generell sind österreichweit und auch bei uns in Oberösterreich die Anzeigen nach dem Suchtmittelgesetz gestiegen. Was allerdings nicht unbedingt heißt, dass es auch mehr Drogenkonsumenten gibt. Denn es gibt mehrere Gründe für den Anstieg der Anzeigen, so die Ermittler beim LKA. Erstens: Wer öffentlich dealt, wird angezeigt, das ist seit zwei Jahren neu. Und zweitens: aufgrund der Drogen-Hotspots, gerade in Linz, kontrolliert die Polizei sehr scharf und verstärkt. Die Folge: ebenfalls mehr Anzeigen.