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© Symbolfoto: aranha / PIXABAY

AK-Test: Bratwürstel

Empfehlens­werte Produkte schon für wenig Geld!

Pünktlich zum traditionellen "Bratwürstel-Sonntag" hat die Arbeiterkammer Oberösterreich Bratwürstel unterschiedlicher Hersteller getestet. Das Ergebnis: nur 6 Produkte sind zu empfehlen. Eine Probe erhielt sogar das Testurteil "nicht für den menschlichen Verzehr geeignet". Der Preis sagt dabei nichts über die Qualität aus.


Testergebnis: Schweinsbratwürstel (pdf)


Im Großraum Linz wurden insgesamt 14 konventionell erzeugte Bratwurstproben unterschiedlicher Hersteller eingekauft – davon 6 roh und 8 gebrüht. Diese wurden unter Einhaltung der Kühlkette in das Labor der Belan Ziviltechniker-GmbH gebracht. Unmittelbar nach Probeneingang wurden die mikrobiologische Beschaffenheit sowie die sensorischen Produkteigenschaften (Geruch, Geschmack, Aussehen, Textur beziehungsweise Konsistenz) geprüft. Die Beurteilung durch die Experten erfolgte entsprechend des Lebensmittelsicherheits- und Verbraucherschutzgesetzes sowie der berechtigten Verbrauchererwartung.


Knapp die Hälfte der Brat­würstel war qualitativ einwand­frei
Nur 6 von 14 Bratwurstproben konnten nach den Gesamtergebnissen der Laboruntersuchung als einwandfrei bewertet werden.

Geschmack über­zeugte nicht
Bei den Wiesentaler Bratwürsteln fiel den sensorisch geschulten Fachleuten bereits im rohen Zustand ein alter Geruch auf. Darüber hinaus wurden auch in gebratener Form geruchliche und geschmackliche Mängel, im Sinne von dumpf und alt, festgestellt. Die Probe war zwar mikrobiologisch einwandfrei, wurde aber aufgrund der nur bedingt entsprechenden Sensorik auf wertgemindert abgestuft.

6 Proben: mikro­biologische Mängel
Die Ergebnisse der mikrobiologischen Analysen waren bei insgesamt 6 Proben zu bemängeln. Zudem wurde bei 5 dieser Proben auch der Geruch und/oder Geschmack von den Experten kritisiert. In Summe führten die einzelnen Beanstandungsgründe bei diesen 6 Proben zum Testurteil „wertgemindert“.

Nicht mehr für den menschlichen Ver­zehr ge­eignet
Eine Probe war zwar sensorisch einwandfrei, allerdings zeigten die mikrobiologischen Analysen eine deutliche Überschreitung des Warnwertes für Fäkalkeime wie E. Coli und Enterobakterien. Diese Probe wurde von dem zuständigen Gutachter als nicht mehr für den menschlichen Verzehr geeignet bewertet. Bei sorgfältiger Küchenhygiene und sachgemäßer Erhitzung besteht jedoch keine Gesundheitsgefährdung für den Menschen.

Preis liefert keine Rück­schlüsse auf Qualität
Die Kosten für ein Kilogramm Bratwürstel variieren mit 8,23 bis 16,29 Euro enorm. Einwandfreie Qualität gibt es aber auch schon für vergleichsweise wenig Geld. Die besten und günstigsten gebrühten Würste im Test sind die Greisinger-Bratwürstel um 8,23 Euro pro Kilo. Gute und preiswerte rohe gibt es von Hütthaler um 10,99 und Köttstorfer um 11,90 Euro je Kilo.

AK-Test: Bratwürste

Zu Gast im Studio: Ulrike Weiß

Infobox

Unterschied zwischen roh und gebrüht
Bratwürste gibt es grundsätzlich in roher und gebrühter Form – wobei die gebrühten sehr viel verbreiteter sind. Rohe Würste sind meist nur direkt beim Fleischer zu beziehen, denn - wenn sie nicht unter Schutzatmosphäre verpackt sind - müssen sie noch am selben Tag der Herstellung verkauft werden. Gebrühte Würste sind im Vergleich dazu wesentlich weniger verderbsanfällig, da sie bereits während des Herstellungsprozesses erhitzt werden. Was letztendlich besser schmeckt, ist Geschmackssache.

Wie lange sind Bratwürste haltbar?
Frische rohe Bratwürste sind einen Tag im Kühlschrank lagerfähig – vakuumierte beziehungsweise unter Schutzatmosphäre verpackte sowie gebrühte Würstel hingegen länger. Über die genaue Haltbarkeit gibt das Mindesthaltbarkeitsdatum Auskunft. Verlängern lässt sich die Haltbarkeit durch Einfrieren.

Woran kann man die Frische von Bratwürstel erkennen?
Grundsätzlich sollten Verbraucher und Verbraucherinnen ihre Sinne nutzen! Frische rohe Bratwürste scheinen oft rosig durch die Haut durch. Gebrühte Würste wirken meist etwas bleicher und steifer. Skeptisch sollte man werden, wenn sich bereits ein säuerlicher Geruch bemerkbar macht und/oder sich trübe Flüssigkeit in der Packung abgesetzt hat.

Was steckt in der Bratwurst?
Bratwürste bestehen aus circa einem Viertel Fett und liefern, laut Nährwertangaben im Test, durchschnittlich etwa 300 kcal pro 100 Gramm. Grundmaterial für alle Bratwürstel ist zumeist Schweinefleisch und Speck – manchmal auch Rindfleisch, welches in Natur- oder Kunstdärme gefüllt wird. Bratwürste, die unter der Bezeichnung „Kalbsbratwürstel“ beziehungsweise „Kalbsbratwurst“ am Markt sind, müssen darüber hinaus einen Mindestanteil von 38 Prozent Kalbfleisch aufweisen. Gewürzt wird in der Regel mit Salz, Pfeffer, Muskat, Kümmel und Majoran. Aber auch Kardamom, Knoblauch, Piment oder zart geschnittene Zitronenschalen finden sich in manchen Rezepturen.



Weitere Informationen findet ihr unter ooe.arbeiterkammer.at