Hochspannungsleitung Stromleitung Hochspannungsmast

Symbolbild: Klaus Freidl / pixelio.de

Protest gegen Stromtrasse durchs Mühlviertel

In Linz demonstrieren rund 1.000 Gegner einer Freileitung durchs Mühlviertel

"Wir müssen unsere Stromnetze ausbauen. Nur so können wir mehr Energie aus erneuerbaren Quellen erzeugen. Und nur so können wir mehr Elektroautos auf unseren Straßen fahren lassen." Das wiederholen Politiker und Vertreter der großen Stromversorger immer wieder. Doch dieser Ausbau gestaltet sich schwierig, die geplanten neuen Stromtrassen werden heftig bekämpft: Kaum jemand will eine Hochspannungsleitung vor seinem Haus oder über seinem Grundstück haben. Anrainer und Bürgerinitiativen wehren sich mit unzähligen Einsprüchen und Klagen gegen die Projekte.

Auch im Mühlviertel gibt es heftigen Protest gegen den geplanten Bau einer 110.000-Volt-Hochspannungsleitung von Rohrbach über Bad Leonfelden bis nach Rainbach. Rund 1000 Menschen haben am Mittwoch in Linz gegen die oberirdische Stromtrasse protestiert. Sie fordern eine Lösung mit in der Erde verlegten Kabeln. Das sei machbar, sagt der deutsche Experte für Stromnetze Markus Pöller. Er hat für die Stromleitungs-Gegner ein Gutachten erstellt.

In einer anderen Studie, die Unternehmensberater für das Land erstellt haben, ist allerdings die Rede von mehr als drei Mal so hohen Kosten für die Erdkabel-Lösung im Vergleich zur Freileitung. Wolfgang List, der als Anwalt die Mühlviertler Bürgerinitiative vertritt, hält nichts von diesem Papier: Das Gutachten sei falsch und würde die Kosten nicht richtig darstellen.

Der zuständige Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner von der ÖVP wollte am Mittwoch auf Nachfrage von Life Radio zu diesen Vorwürfen keine Stellungnahme abgeben.

 

Der Beitrag von Life-Radio-Redakteur Daniel Kortschak zum Nachhören:

PODCAST: Beitrag über die Proteste gegen die 110-kV-Stromtrasse durchs Mühlviertel

Life-Radio-Redakteur Daniel Kortschak berichtet über den neuesten Stand im Streit über die neue Hochspannungsleitung im Mühlviertel