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Werner Kerschbaummayr/fotokerschi.at

Terror in Wien

Vier Menschen sterben, 17 sind verletzt, Polizei erschießt mutmaßlichen Attentäter

Es ist kurz vor 20 Uhr: in der Wiener Innenstadt fallen die ersten Schüsse. Ein Täter schießt laut Augenzeugen wahllos auf Passanten und Lokalgäste, auch auf einen Polizisten. Vier Menschen sterben, ein älterer Mann, eine ältere Frau, ein junger Passant und eine Kellnerin - 17 weitere werden teils schwer verletzt. Der Mann ist bei dem Angriff mit einer automatischen Langwaffe, einer Faustfeuerwaffe und einer Machete bewaffnet. Zuerst wird auch ein Sprengstoffgürtel vermutet, der stellt sich später allerdings als Attrappe heraus.

Dann überschlagen sich die Ereignisse. Innerhalb kürzester Zeit beginnt einer der größten Einsätze der Polizei. An die 1.000 Polizisten, natürlich auch die Spezialeinheiten der Cobra, der WEGA und der Kripo sind draußen und sichern die Innenstadt in Wien ab. 

Um 20.09 Uhr wird der mutmaßliche Attentäter von Polizisten erschossen. Es ist nicht klar, ob er alleine gehandelt hat - Innenminister Karl Nehammer geht später von mehreren Tätern aus. Darum wird eine Großfahndung nach möglichen weiteren Attentätern eingeleitet. Nehammer bestätigt mittlerweile, dass es sich bei dem erschossenen Täter um einen 20-jährigen österreichisch-nordmazedonischen Doppelstaatsbürger handelt. Er war Sympathisant der Terrorgruppe IS. Der Mann war bereits einschlägig wegen terroristischer Vereinigung vorbestraft und wollte offenbar nach Syrien reisen, um sich dort der Terrormiliz IS anzuschließen. Er wurde im April letztes Jahr zu 22 Monaten Haft verurteilt, im Dezember aber vorzeitig bedingt entlassen.

Kurz nach dem Anschlag hat die Polizei die Wohnung des Mannes aufgesprengt und durchsucht. Im Umfeld des Täters hat es mittlerweile schon umfassende Razzien gegeben. Die Polizei spricht von 15 Hausdurchsuchungen, nicht nur in Wien, auch in St. Pölten und Linz.

Die Bundesregierung hat eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen. Bis inklusive Donnerstag werden Trauerfahnen wehen.