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Lebensmittel im Müll

Wikipedia-Symbolbild von Achim Raschka - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, commons.wikimedia.org/w/index.php

Wie Lebensmittel-Müll vermeiden?

Fast eine Million Tonnen Lebensmittel landen in Österreich im Müll. Das müsste nicht sein

Diese Zahlen sind absolut erschreckend: Mehr als 900.000 Tonnen Lebensmittel landen jedes Jahr in Österreich im Müll. Das zeigt eine Erhebung der Initiative „Land schafft Leben“. Viele dieser Lebensmittel bleiben in der Landwirtschaft, im Handel oder in der Gastronomie übrig. Aber mehr als die Hälfte des Lebensmittelmülls (57 %) entsteht in privaten Haushalten.

Eine Ursache sind verlockende Angebote nach dem Muster „Zwei plus eins gratis“ oder besonders günstige Großpackungen. Oft werden diese Vorratskäufe dann nicht rechtzeitig gegessen. Und ist einmal das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) erreicht, dann landen die Lebensmittel ungeöffnet im Mistkübel.

Das sei absolut nicht notwendig, sagt Herwig Schuster, Konsumexperte bei Greenpeace Österreich, im Life-Radio-Interview (siehe unten): „Das Mindesthaltbarkeitsdatum heißt genau deswegen so, weil es ein Datum angibt, bis zu dem die Lebensmittel mindestens haltbar sind. Die Erfahrung zeigt, dass die Produkte, je nachdem, um welches Lebensmittel es sich handelt, noch sicher einige Tage länger haltbar sind. Manche sind auch noch Monate nach Ablauf des MHD genießbar.“

Schuster rät, abgelaufene Lebensmittel genau anzuschauen, ob sie etwa schimmlig sind. Außerdem kann man daran riechen und sie kosten. Dann merke man sehr schnell, ob das Joghurt, der Käse oder die Marmelade noch in Ordnung sind oder nicht. Zu großer Vorsicht rät der Greenpeace-Experte allerdings bei rohem Fisch oder Fleisch: „Diese Produkte haben ein Verbrauchsdatum. Es steht also drauf ‚zu verbrauchen bis“. Und das sollte man dann unbedingt ernst nehmen. Denn da besteht die große Gefahr einer Lebensmittelvergiftung.“

Tipss zur Vermeidung von Lebensmittel-Müll

  • abgelaufene Lebensmittel nicht gleich wegwerfen, sondern die Packung öffnen
  • auf Schimmel oder andere sichtbare Veränderungen kontrollieren
  • durch Riechen und vorsichtiges Kosten prüfen, ob das Produkt noch in Ordnung ist
  • Vorsicht bei Produkten wie Fisch oder Fleisch: steht „zu verbrauchen bis“ drauf, diese Datum ernst nehmen. Sonst droht eine schwere Lebensmittelvergiftung
  • nur so viel kaufen, wie man auch verbrauchen wird
  • nicht auf vermeintlich günstige Großpackungen oder 2+1-Gratis-Angebote hereinfallen. Davon landet besonders viel im Müll
  • Lebensmittel kurz vor dem Ablaufdatum gezielt verkochen oder anders verwerten (z.B. einfrieren, verschenken etc.) Tipps und Rezepte dazu hat das Umweltministerium zusammengestellt

Interview mit Herwig Schuster von Greenpeace zum Thema Mindesthaltbarkeitsdatum

Life-Radio-Redakteur Daniel Kortschak spricht am Telefon mit Herwig Schuster, Konsum-Experte bei Greenpeace Österreich, über die Bedeutung des Mindesthaltbarkeitsdatums (MHD) und das große Problem der vielen Lebensmittel im Müll

Infografik Lebensmittelverschwendung

Grafik (c) Land schafft Leben