
Energiesparen in Oberösterreich
Was stimmt – und was ist ein Märchen?
Rund um's Thema "Strom- und Heizkosten" kursieren auch in Oberösterreich jede Menge "Geheimtipps". Manche helfen wirklich, andere sind schlicht falsch – und kosten im schlimmsten Fall sogar extra Energie.
Hier ein Check typischer Annahmen – in neuer Reihenfolge:
- "Licht brennen lassen ist besser, als ständig ein- und auszuschalten"
Hält sich hartnäckig – ist aber falsch.
Eine ausgeschaltete Lampe braucht gar keinen Strom. Der kurze Energie-Peak beim Einschalten ist bei modernen Leuchtmitteln minimal, bei LEDs praktisch bedeutungslos. Also: Raum verlassen = Licht abdrehen. - "Ein leerer Kühlschrank braucht weniger Energie"
Klingt logisch, stimmt aber nicht.
In einem fast leeren Kühlschrank wird vor allem Luft gekühlt – und die erwärmt sich beim Öffnen sehr schnell. Stehen mehr Lebensmittel im Gerät, wirken sie wie Kältespeicher. Die Temperatur bleibt stabiler, und der Kompressor springt seltener an. - "Mit der Hand abwaschen ist grundsätzlich billiger als der Geschirrspüler"
Trifft selten zu.
Ein moderner Geschirrspüler kommt mit deutlich weniger Wasser und Energie aus, als viele beim Abwaschen per Hand verbrauchen. Wichtig: Maschine voll einräumen und möglichst das Eco-Programm wählen. Dann ist sie in den meisten OÖ-Haushalten klar im Vorteil.- "Fenster auf Kipp ist besser als Stoßlüften"
Genau umgekehrt.
Stundenlang gekippte Fenster kühlen Wände und Laibungen aus, die Heizung muss nachfeuern. Effizienter ist kurzes, kräftiges Stoß- oder Querlüften mehrmals täglich, während die Heizung zurückgedreht ist – danach Fenster wieder zu.- "Heizung voll aufdrehen – dann wird's schneller warm"
Der Klassiker – und trotzdem falsch.
Die Zahlen am Thermostat stehen für Zieltemperaturen, nicht für "Turbo". Ob Stufe 3 oder 5: schneller wird es dadurch nicht warm, auf 5 wird es nur heißer. Besser: eine konstante, etwas niedrigere Temperatur halten, statt ständig ganz ab- und wieder voll aufzudrehen.- "Wäsche wird nur bei hohen Temperaturen richtig sauber"
Das war einmal.
Moderne Waschmittel und Maschinen sind auf 30 bis 40 Grad optimiert. Für normale Alltagswäsche reichen diese Temperaturen völlig, Kochwäsche braucht ihr nur noch selten. Wer seltener über 60 Grad wäscht, spart einen Haufen Energie – bei gleicher Sauberkeit.- "Ein Bildschirmschoner spart Strom"
Tut er nicht.
Die bunten Kugeln, 3D-Logos oder Fotoshows verbrauchen genauso Energie wie ein normal eingeschalteter Monitor. Sinnvoll ist der Energiesparmodus: Nach einer eingestellten Zeit wird der Bildschirm dunkel oder der Rechner geht in Stand-by.- "Ladekabel ohne Handy verbrauchen keinen Strom"
Leider doch.
Sobald ein Netzteil in der Steckdose steckt, zieht es etwas Energie – auch ohne Handy dran. Darum: Stecker ziehen oder eine Steckerleiste mit Schalter verwenden. Extra-Tipp: Am Smartphone "Dark Mode" nutzen – vor allem bei OLED-Displays hält der Akku länger.- "Ohne Vorheizen funktioniert der Ofen nicht richtig"
Stimmt nur bei speziellen Backrezepten.
Viele Gerichte könnt ihr direkt in den kalten Backofen stellen. Er heizt dann mit dem Essen zusammen auf. Die Garzeit verlängert sich etwas, dafür spart ihr euch die reine Vorheizphase – unterm Strich oft weniger Energieverbrauch.- "Duschen ist immer sparsamer als Baden"
Kommt auf die Duschdauer an.
Eine volle Badewanne braucht rund 120 Liter Wasser. Beim Duschen sind es je nach Duschkopf etwa 10–15 Liter pro Minute. Wer lange und heiß duscht, landet schnell beim gleichen Verbrauch. Mit Sparduschkopf und kürzeren Duschzeiten wird Duschen tatsächlich zum Energiesparer. - "Fenster auf Kipp ist besser als Stoßlüften"
Mehr alltagstaugliche Tipps, Aktionen und Geschichten aus Oberösterreich rund um's Thema "Energie" hört ihr bei unseren "Energy Days" auf Life Radio.
Einschalten, mitreden und ganz nebenbei schlauer sparen...
(© Titelbild: AdobeStock)