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Mystik & Geist:

Hinabgestiegen in das Reich des Todes

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"Hinabgestiegen in das Reich des Todes" – der unscheinbare Satz aus dem Glaubensbekenntnis verweist auf das Geheimnis des Karsamstags: den stillen, verborgenen Weg Christi in die Tiefe des Todes.

Dr. Christoph Freilinger, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Österreichischen Liturgischen Instituts und Dr.in Ilaria Hoppe, Professorin an der KU Linz, betrachten, wie sich dieser Schwellenraum zwischen Ende und Neubeginn sowohl theologisch als auch in der Kunst zeigt.



Hier ist eine kurze Vorschau auf den Podcast:


PC_Mystik-Geist_48_Hinabgestiegen_TEASER.mp3

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(Dr. Christoph Freilinger, Dr.in Ilaria Hoppe)

Christoph Freilinger erklärt die grundlegende Bedeutung dieses Satzes und warum der Karsamstag nicht bloß ein stilles „Dazwischen“ zwischen Kreuz und Auferstehung ist. Er bringt Beispiele aus der Liturgie und zeigt auf, welche Hoffnung wir aus diesem Abstieg schöpfen können: „Selbst, wenn ich in die äußerste Finsternis gehe, ist Gott trotzdem auch noch dort, und diese Finsternis ist dann nicht mehr finster, sondern Licht, weil Gott das Licht ist in meiner Dunkelheit. Das andere ist der Aspekt, dass, während auf der Erde getrauert wird um den Toten, unter der sichtbaren Oberfläche etwas Entscheidendes passiert, nämlich, dass Jesus die Menschheit aus der Dunkelheit herauszieht. Für mich ist das ein schönes Bild, dass Gottes Heilswirken schon angefangen hat, auch wenn wir es noch nicht sehen.“

Wie die Kunst den Abstieg und das Heilswirken Christi darstellt, schildert Ilaria Hoppe. Sie beschreibt, wie sich diese Bildtradition im Lauf der Jahrhunderte verändert hat und wie unterschiedlich Ost- und Westkirche den Abstieg Christi interpretieren. Darüber hinaus erläutert sie, wie zeitgenössische Künstler:innen zwar weiterhin Motive des Limbus, eines in der christlichen Tradition als Zwischenraum zwischen Himmel und Hölle gedachten „Ortes der Toten“ verwenden, diese aber von ihrer ursprünglichen religiösen Bedeutung lösen: „Was betont wird, ist die Vorstellung eines Ortes, wo Zeit und Raum aufgehoben sind: ein Ort, der auf Dauer gestellt ist, der nicht von unserer Welt ist, der ein Dazwischen markiert, mit dem Motiv das Wartens in Verbindung gebracht wird und eher dystopisch ist. Was dann oft verloren geht, ist das christliche Motiv der Hoffnung.“

Den gesamten Podcast gibt es HIER zum Nachhören.


© Fotos:
• Anastasis-Fresko in der Chora-Kirche (Istanbul): User Neuceu, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0.
• Christoph Freilinger: privat
• Ilaria Hoppe: Bernhard Holub